„Die Dramatik einer Erstbesteigung“ – Bergfilm präsentieren ihr Album in Erfurt

Anfang Dezember lädt die Kölner Band Bergfilm in Erfurt auf eine Reise durch Klanglandschaften aus flächigen Synthesizern, knarzenden Bässen und dynamischen Schlagzeugrhythmen ein. Im Rahmen der „Constants-Tour 2017“ stoppen sie im Kulturzentrum Engelsburg und präsentieren ihr Debüt-Album „Constants“, das mit seinen teils dunkel-schillernden, teils tanzbaren, pulsierenden Songs schwer in eine Genre-Schublade zu stecken ist. Um etwas mehr über die 2013 gegründete Band zu erfahren, haben wir Sänger Arthur Lingk und Schlagzeuger Manuel Rädler ein paar Fragen gestellt:

Bergfilm tritt am 1. Dezember in Thüringen auf. Wart Ihr schon mal in unserem beschaulichen Bundesland und was verbindet ihr mit Thüringen?
Manuel: Bei Thüringen denke sofort an Bratwurst, obwohl ich eigentlich Vegetarier bin…
Arthur: Ich liebe Thüringer Bratwurst!

Eure Musik kann man nicht einfach in eine Schublade stecken. Wie würdet Ihr sie selbst beschreiben?
Arthur: Ich bezeichne unsere Musik als Elektropop. So eine richtig passende Schublade haben wir aber auch noch nicht gefunden.
Manuel: Das überlassen wir auch lieber den Medien. Wir sind eine der Bands des „New Sound of Cologne“, der aber weniger ein Sound als vielmehr ein Gefühl ist. In den letzten Jahren hat sich hier in Köln einiges in dieser Hinsicht entwickelt. Da gab es irgendwie einen Nährboden für neue Bands. Was der Grund dafür ist weiß keiner so genau, aber viele Kulturschaffende und wohl auch die Stadt haben da was richtig gemacht. Es gibt mittlerweile so viele neue großartige Bands in Köln – man kennt und schätzt sich, aber jeder macht seinen eigenen Sound. Für eine Band ist es sehr inspirierend in einem solchen Umfeld zu arbeiten.

bergfilm_130_Daniel-KochJetzt wissen ungefähr, welche Art Musik ihr macht, aber warum habt ihr euch Bergfilm genannt?
Arthur: Der Name spiegelt ein Gefühl. Die Dramatik einer Erstbesteigung findet sich in unserer Musik wieder. Außerdem ist Bergfilm ein Filmgenre der 20er Jahre. Ein deutscher Name, der auch im englischen funktioniert. Das fanden wir passend.

Euer aktuelles Album „Constants“ bleibt im Ohr. Es besticht mit vielschichtigen Synthi-Sounds, coolen Beats sowie Gitarrenklängen und natürlich mit der beeindruckenden Stimme von Arthur.Wie entstand das Album und welche Themen beschäftigen auch darauf?
Arthur: Fast ein Jahr haben wir uns Zeit genommen und Songs geschrieben. Meistens starteten wir mit Songentwürfen, die ich auf der Gitarre geschrieben habe und dann in der Band entwickelt wurden. Der Aufnahmeprozess, hat dann noch mal fast ein Jahr gebraucht. Inhaltlich beschäftige ich mich in jedem der 10 Songs mit Menschen, die gekommen sind aber häufig nicht geblieben. Mit Beziehungen, mit Freunden und Familie. Mit Konstanten, die eben doch nicht so konstant waren. Am Ende haben wir das Album daher „Constants“ genannt.

Gibt es Künstler, die Euch inspirieren? Welche Musik hört Ihr privat?
Manuel: Im Entstehungsprozess des Albums haben wir uns viel an den frühen Achtziger Jahren orientiert. Beim Song „California“ zum Beispiel war der Effekt den Phil Collins mit seiner Stimme bei „In The Air Tonight“ nutzt das Vorbild für die Gesangsaufnahmen. Ansonsten haben wir aber einen sehr heterogenen Musikgeschmack ohne Genregrenzen. Auf ein paar Künstler können wir uns aber alle einigen – Metronomy, Whitest Boy Alive, James Blake etc.
Arthur: Als wir begonnen haben, sprachen wir nicht über Einflüsse. Da war dann erstmal der Einfluss von jedem Einzelnen der den Sound färbt. Wenn man beginnt, darüber zu sprechen und sich versucht einig zu werden, dann fangen die Probleme ja an. (lacht)

Ihr hört Euch ziemlich international an. Seid Ihr wirklich alle gebürtige Kölner?
Manuel: Nein, nicht ganz. Eigentlich ist nur Marian gebürtiger Kölner. Arthur kommt ursprünglich aus Neuss, David aus Heidelberg und ich bin im Allgäu geboren. Wir fühlen uns aber mittlerweile alle in Köln zuhause.

Im Internet ist zu lesen, ihr verzichtet bei Live-Shows bewusst auf Computer und Sampler – warum? Welche Instrumente habt ihr dann in Erfurt dabei?
Manuel: Wir reisen immer mit unserem kompletten Live-Equipment: Gitarre, Schlagzeug, Bass und vier Synthesizer. Das mit dem Sampler stimmt nicht ganz, den nehmen wir mit. Wir spielen aber grundsätzlich ohne Sequenzer und Computer. Dadurch behält unsere Show den dynamischen Live-Charakter, den man von Rockbands kennt und bei einigen Electro-Acts leider manchmal vermisst.

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